29kompakt November 2019 Die erste Verhandlungsrunde für die rund 73 000 Beschäftig ten in der baden württember gischen Chemie Industrie en dete ergebnislos Wir konkur rieren mit immer mehr Bran chen um die von aller Welt be gehrten Fachkräfte Das betont unser Sozialpartner selbst im mer wieder Doch wir müssen aufpassen dass die Chemie da nicht schon bald ins Hinter treffen gerät so Landesbe zirksleiterin und Verhand lungsführerin Catharina Clay Die innovativen Forderungen zur diesjährigen Tarifrunde sei en bestens geeignet die Che mie Arbeitsplätze für Beschäf tigte langfristig zur ersten Wahl zu machen Die Arbeitgeber jedoch lehn ten die Forderungen pauschal ab Sie sagten uns nur Wir wollen Vorfahrt für die Bewäl tigung der Krise schildert Clay den Verlauf der Verhand lungen und konterte scharf Wir haben keine Krise Der Branche im Land gehe es wei ter gut Nach den veröffentlich ten Zahlen des Statistischen Landesamtes lag der Umsatz zuwachs im ersten Halbjahr 2019 gegenüber dem Vorjah reszeitraum bei 2 8 Prozent Ausdrücklich forderte die Tarifkommission die Arbeit geber dazu auf mit mehr Enga gement bei der Ausbildung den Nachwuchs aus den eige nen Betrieben zu fördern Doch 2018 stellten die Unter nehmen weniger Ausbildungs plätze zur Verfügung als 2008 Krise mit Umsatz Plus KARLSRUHE Chemie Tarifverhandlungen ohne Ergebnis Catharina Clay kritisiert Rückgang an Ausbildung Fo to s 2 K la us L an dr y Während der Demografie fonds kollektiv alle zusätzlich absichert kann sich das Zu kunftskonto jeder Beschäftigte selbst zuschneiden Eltern hätten mehr Zeit für ihre Kinder andere könnten in ihre Gesundheitsvorsorge oder in mehr freie Tage investieren Schicht Kollegen könnten ihre Bring Schichten verringern All diese Möglichkeiten motivieren die Arbeitnehmer zusätzlich Ralf Wittmann Stellvertretender Betriebsratsvor sitzender Evonik Rheinfelden Die Halbwertzeit von Wissen sinkt immer schneller und dennoch müssen die Menschen in unseren Unternehmen auf dem aktuellen Stand bleiben Unilever hat dies erkannt und stellt europaweit 30 Millionen Euro für Qualifizierung bereit Angedacht ist dass jeder Mitarbeiter an Schulungen teilnehmen kann So etwas Verbindliches wünsche ich mir für die gesamte Chemie Vedran Kahrimanovic Betriebsratsvorsitzender Unilever Mannheim Die jungen Menschen sehen das Zukunftskonto als ein sinn volles Instrument an selbst bestimmt Zeit für Familie Hobbys oder ein Sabbatical nehmen zu können Und es ver pflichtet zugleich die Arbeit geber zu einer nachhaltig trag fähigen Personalplanung Das hilft beiden Seiten Gerade für den Nachwuchs gilt Die Jugend will arbeiten um zu leben und nicht leben um zu arbeiten Michelle Hauth Stellvertretende JAV Vorsitzende Roche Mannheim Fo to s 3 K la us L an dr y Wir wollen eine zukunftsorientierte Chemie im Land begründete Landesbezirksleiterin Clay links Dritte von rechts Vorm Verhandlungsort nahm Tarifvorstand Ralf Sikorski das Unterschriften Banner der Miro Belegschaft entgegen rechts Zudem wurde im vergangenen Jahr zwei Drittel des Nach wuchses nur befristet über nommen bemängelt Clay Das sei unattraktiv im Ver gleich zu vielen anderen Bran chen Außerdem bieten an dere Wirtschaftszweige die gerade in Baden Württemberg sehr stark sind den Beschäftig ten bereits die Möglichkeit Geld in Freizeit zu verwandeln Akzeptieren Sie unsere Forde rung nach dem Zukunfts konto um die Fachkräfte von morgen für die Chemie zu be geistern appellierte Clay Axel Stefan Sonntag STIMMEN AUS DER TARIFKOMMISSION

Vorschau IG BCE Kompakt 11/2019 Seite 29
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